Eine Smartwatch – wofür eigentlich?

Ich habe mir eine Smartwatch zugelegt.

Wofür?

Das weiß ich selber nicht so genau.

Obwohl mich Android Wear (die Smartwatch Variante von Android) schon seit dessen Veröffentlichung im März 2014 interessierte, war mir der Nutzen von solchen Smartwatches noch nie wirklich bewusst. Ich habe mich jetzt jedoch trotzdem zum Kauf einer solchen entschieden und möchte in diesem Artikel von meinen Beweggründen zum Kauf und meinen Erwartungen an die Uhr berichten…

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Warum überhaupt eine Smartwatch?

Die Gründe für den Kauf einer Smartwatch können verschieden sein und sich von Person zu Person unterscheiden. Während man manche der momentan am Markt befindlichen Uhren durchaus auch als Modeaccessoire verwenden kann, trifft das auf die meisten allerdings nicht zu, da sie entweder größenmäßig nicht passen oder vom Design her einfach noch zu sehr an ein Spielzeug für IT-Spezialisten erinnern.

Meine Gründe zum Kauf meiner ersten Smartwatch sind folgende:

  • Zum Tracken meines Schlafes verwende ich viel lieber eine Uhr am Handgelenk als ein Handy.
  • Ich brauche beim Laufen nie mehr mein Handy mit, da ich mit der Uhr auch mein Fitnessprogramm tracken kann.
  • Ich erhoffe mir durch die Uhr weniger auf das Handy zu schauen, weil ich unwichtige Benachrichtigungen mit einem schnellen Wisch auf der Uhr sofort entfernen kann und das Handy nur mehr bei wichtigen Sachen zur Hand zu nehmen brauche.
  • Während eines Stadtspazierganges ist die Nutzung der Uhr als Navigationssystems viel angenehmer als das Handy, weil ich es dadurch nicht dauernd in der Hand halten muss und mir die Uhr durch leichte Vibrationen von neuen Richtungen Bescheid gibt.

Warum die Sony Smartwatch 3?

Ich habe lange überlegt und mich am Smartwatch Markt genauestens umgesehen, viele Testberichte gelesen und mir die Vor- und Nachteile eines jeden Gerätes genau angeschaut. Letztendlich fiel die Entscheidung auf die Smartwatch 3 von Sony, und zwar aus folgenden Gründen:

  • GPS! Zusammen mit der Microsoft Band 2 verfügt die SW3 als einzige bisher am Markt verfügbare Smartwatch GPS, ich kann diese somit zum Laufen ohne Handy oder als Navi verwenden.
  • Die SW3 ist wie alle Sony Mobile Geräte wasserdicht, somit kann ich es immer wieder abwaschen und leicht sauber halten (oder sogar damit baden gehen).
  • Als jahrelanger Android Nutzer, wollte ich unbedingt Android Wear ausprobieren, somit fielen Smartwatches von Samsung oder Pebble gleich aus meiner Vorauswahl.
  • Momentan befindet sich der Preis der SW3 deutlich unter den aller anderen Smartwatches.

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Ich bin gerade dabei, die Smartwatch ausgiebig zu testen und verwende sie hierfür nahezu rund um die Uhr. Ich verwende es zum Tracken meines Schlafes, zum Verwalten meiner Benachrichtigungen, als Wecker und hoffentlich auch bald zum Laufen. Der ausführliche Testberichte folgt in Kürze!

Die Attacken auf Paris – wie ich sie erlebt habe!

Freitag, 13. November 2015: Ich bin gerade unterwegs zu einem Studententreff, als ich beim Verlassen des Hauses erstmals auf Twitter von einer Explosion während dem Spiel Frankreich-Deutschland lese. Ich denke mir anfangs, dass es wahrscheinlich nur ein verdammt lautes Bengalfeuerwerk gewesen sein muss. Wenig später erhalte ich jedoch auf Whatsapp folgende Nachricht eines Freundes:

In Paris spielt sich schon wieder die Hölle ab, explosionen, schießerein, 18 bestätigte tote…und die spielen seelenruhig das freundschaftsspiel frankreich – deutschland weiter

Man hat sogar deutlich zwei explosionen im fernsehen gehört!!

Langsam wird mir bewusst, dass hier wieder ein Terroranschlag in Europa verübt worden sein muss. Immer noch sind mir die Geschehnisse von Madrid 2004, London 2005 und Jänner dieses Jahres in Paris in Erinnerung. Also auch diesmal wieder Paris.

Ohne mich näher mit der Thematik beschäftigt zu haben und nur Schlagwörter wie „Terrorattacke“, „Schießerei“, „Selbstmordanschlag“ mitbekomme, ist meine erste Sorge, dass es sich bei den Tätern hoffentlich nicht wieder um Radikalislamisten handelt. Diese Befürchtung hat sich im Nachhinein leider bewahrheitet.

Samstag, 14. November: Ich habe Tickets für ein Benefizspiel in Manchester, an dem Fußballlegenden und -altstars teilnehmen. Nach den Geschehnissen in der vergangenen Nacht wurde von den Organisatoren spät die Entscheidung getroffen, das Spiel nicht abzusagen, sondern planmäßig stattfinden zu lassen. Ein mulmiges Gefühl macht sich in mir und meiner beiden Mitreisenden bereit, es überwiegt jedoch die Vorfreude auf das Spiel. Man sieht deutlich, dass die Sicherheitskontrollen im Stadion verschärft wurden, überall sieht man Gruppen von bewaffneter Polizisten auf Pferden und an den verschiedensten Ecken des Stadions.

Nach Spielende werde ich leider Zeugen von sehr unangenehmen Situationen: drei Mal wurden vor meinen Augen bestimmte Personen mit arabischer Abstammung aus der Menschengruppe zur Seite genommen und befragt. Zwei von denen beschweren sich, dass sie das als unzumutbar empfinden, einfach grundlos von den Polizisten herausgepickt zu werden.

Aber auch mir kommen diese Menschen merkwürdig oder gar gefährlich vor…warum ist das so? Sie tragen Bart, schwarzen, dichten, und ungetrimmten Bart. Auch ich fühle mich plötzlich unwohl. Ich verstehe es, wenn Menschen hierbei eine Ähnlichkeit und Parallele zu jenen Personen, die laufend auf Bildern in Zeitungen als Terroristen dargestellt werden, ziehen. Sofort macht es bei mir Klick und ich schäme mich für meine Gedanken! Wie kann es sein, dass selbst ich, ein Bartträger und Moslem, mich bei solchen Menschen unwohl fühle? Auch ich scheine diese Geschehnisse noch nicht richtig verarbeitet zu haben. Die Medien machen die Sache nicht gerade besser…

(Wenig später erfahre ich, dass Menschen mit starkem muslimischem Glauben sich den Bart oft ungetrimmt wachsen lassen, um auf diese Weise den Propheten Mohammed zu ehren und nachzueifern. Mir war das bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.)

Ich persönliche habe kein Problem damit, aufgehalten und befragt zu werden. Das passiert mir am Flughafen so gut wie jedes Mal, damit muss ich, wie auch viele andere, mittlerweile leben. Europa und Amerika sind  augenscheinlich von einer Welt, die sie nicht verstehen, und einer Gefahr, die sie bisher nicht wahrgenommen haben, traumatisiert. Ich verstehe jedoch, wenn Menschen mit diesem Umstand nicht so umgehen wie ich das tue und diese Tatsache nicht so einfach akzeptieren wollen.

Denn in Grunde genommen, wirft man damit alle Menschen mit einem bestimmten Aussehen und einem bestimmten Religionsglauben in einem Topf: man vergleicht sie mit jenen „Radikalislamisten“, die scheinbar im Namen des Korans unschuldige Menschen kaltblütig ermorden, aber vermutlich selbst diesen kaum lesen können.

Wichtig sind mir daher folgende zwei Klarstellungen:

  • Der Islam ist nicht mit Terrorismus gleichzusetzen. Das wird heutzutage leider immer noch zu häufig getan, vor allem von den Medien. Als Anders Behring Breivik in 2011 alleine 77 Menschen (mehrheitlich Kinder) umbrachte, bezeichnete ihn kaum wer als Terrorist (ein Umstand, der auch seriösem Journalismus auffiel). Das Feindbild Islam wird seit Jahren immer weiter und weiter geschürt. Terrorismus hat jedoch keine Religion!
  • Die Menschen, die momentan zu vielen Tausenden nach Europa strömen, erleben solche Attacken wie jene in Paris tagtäglich und versuchen vor eben genauen jenen zu flüchten. Wenn man all sein Hab und Gut verkauft, sein letztes Geld zusammenkratzt und sich dann den langen und gefährlichen Weg nach Europa begibt, dann nur, weil dieser Weg trotzdem noch sicherer erscheint als das, was einem in der eigenen Heimat erwartet. Diesen Menschen die Schuld an der erhöhten Anschlagsgefahr in Europa zu geben, ist falsch und hilft absolut nicht bei der Lösung dieses Problems. Anschläge gab es vor der Migrantenströmung leider Gottes auch schon und diese werden auch durch härtere Maßnahmen vor diesen Menschen nicht zu verhindern sein.

Die Attacken in Paris waren grauenvoll und tragisch. Das Mitgefühl für die Opfer ist groß. Viele Länder zeigen Solidarität, in dem sie Schweigeminuten durchführen oder bekannte Gebäuden in den Farben der französischen Fahne erleuchten lassen. Bemerkenswert auch eine Aktion von Facebook: mit nur einem Klick kann man sein Profilfoto in diesen Farben eintauchen lassen und so sehr einfach seine persönliche Solidarität zeigen.

Diese Aktion gefällt jedoch nicht allen. Nur einen Tag vor den Attacken in Paris gab es eine Serie von Selbstmordanschläge in Beirut mit Dutzenden von Toten, deren Berichterstattung man in unserer Medienlandschaft nicht annährend so viel Bedeutung beimaß.  Wo blieb hier die Solidarität mit den Opfern? Warum lösen bei uns Anschläge in Paris weitaus mehr Gefühlsregungen hervor als solche in Städten wie Beirut?

Meine Erklärung: Weil wir es nicht gewohnt sind, dass solche Anschläge, von denen wir jeden Tag in den Zeitungen lesen, auch jederzeit bei uns möglich sind. Die Erkenntnis, dass Terroranschläge auch in entwickelten Ländern wie unsere in Europa passieren können, schockiert die Menschen. Genauso wie wir bisher nur fremde Familien aus dem Fernsehen betrauerten, warum sollte es nicht demnächst unsere eigenen betreffen? Wien beispielsweise ist eine Weltstadt im Herzen Europas, warum sollten wir vor solchen Anschlägen sicher sein?

Wie soll man nun mit der Gefahr des Terrorismus im Allgemeinen und dem Problem der ISIS im Speziellen umgehen? Anfangs noch von allen großen Regierungen kleingeredet, wird die Gruppe von Terroristen schon seit längerem nicht mehr unterschätzt. Einzig eine Lösung für das Problem fehlt. Und diese wird es auch in naher Zukunft nicht geben. Zu sehr ist man sich der eigenen Verantwortung für die Fehlentwicklungen nach 9/11 im Nahen Osten bewusst. Es wird Monate, wenn nicht Jahre vergehen, bis man sich gemeinsam für eine nachhaltige Nahostpolitik entscheidet und diese auch langfristig umsetzt. Dafür bedarf es allerdings nicht nur die westlichen Mächte, sondern auch die Hilfe von Staaten wie Saudi-Arabien, Türkei, Russland und dem Iran. Die Lage wird sich auch bei uns in Europa nicht entspannen, solange es solch eine Politik nicht gibt. Die Frage ist nur: Wie lange wird das noch dauern?

„Darf er das?“ – Wie weit darf Spaß und Satire gehen?

Beinahe über Nacht wurde Chris Tall zum Starcomedian, Social Media Phänomen und Youtube Star. Nach seinem TV-Auftritt bei TV Total am 26. Oktober hat sich die Anzahl seiner Likes auf Facebook nach etwas mehr als 2 Wochen fast verachtfacht (von 66tausend auf über 520tausend!!!). Sein Slogan „Darf er das?“ wurde sofort zum Hashtag-Knaller und die meisten seiner nächsten Solo-Auftritte sind bereits ausverkauft.

Wer ihn noch nicht kennt, hier eine kurze Zusammenfassung: Chris Tall macht Witze über Frauen, Homosexuelle, Dunkelhäutige und Menschen mit Behinderungen. Hier ein paar Beispiele:

„Frau ist politisch wahrscheinlich nicht ganz korrekt. Das sind Menschen mit Menstruationshintergrund.“

„Ich hatte neulich einen Rollstuhlfahrer in der ersten Reihe. (…) Hat er gesagt: Oh das machst du ganz toll, darf ich auch Comedy machen? Ich sag: natürlich, warum nicht? Ich mein, das heißt Stand-up, aber probiers mal.“ 

„Haben wir heute Rollstuhlfahrer hier? Mal kurz aufstehen.“

„Ich hatte neulich auch einen Schwarzen im Publikum sitzen. Ich dachte zuerst, da sitzt nur ein weißer Pullover.“

Er provoziert und fragt immer wieder in der 3. Person: „Darf er das?“ Eine verdammt gute Frage! Ja darf er das denn überhaupt? Dies ist in keinem Fall auf den rechtlichen Kontext bezogen, sondern rein auf den moralischen. Darf man über Dunkelhäutige gleichermaßen herziehen wie über Hellhäutige? Darf man sich über Menschen mit körperlichen oder psychischen Krankheiten lustig machen? Wie schaut es mit Frauenwitzen aus? „Darf er das???“

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Seinem unglaublichem Erfolg nach zu urteilen: ja. Es scheint bei den Leuten gut anzukommen. Chris Tall trifft mit seinen Aussagen offenbar einen wunden Punkt und spricht damit auch vielen Menschen aus dem Herzen. In Zeiten von viel „Politischer Korrektheit“ (manche meinen zu viel), ist diese Tatsache nicht zu unterschätzen. Ein Grund seines Erfolges steckt zweifelsohne in den Beweggründen seiner Aussagen und Provokationen:

„Wenn ich eine Message habe, was mir wirklich wichtig ist, dann ist es das: ihr müsst mehr lachen!“

„Keiner macht mehr Witze über Rollstuhlfahrer, warum nicht? Ihr müsst Witze machen über alle: über Behinderte, über Schwule, über Schwarze. Es gibt nur eine Regel: ihr müsst auch über euch selber lachen können.“

„Was ich aber am allermeisten hasse, ist das Rassistengelabber, da könnte ich durchdrehen. Viele sagen: „Man macht keine Witze über Schwarze. Das ist Rassismus!“ Das ist das dümmste, was ich je gehört habe! Stellt euch vor, ich mache Witze über alle: über den Fotografen, über dich, über dich, über dich, über dich, über Stefan, über alle, aber nicht über Schwarze, weil ich sag: weil die anders sind. Wisst ihr wie man sowas nennt? Rassismus!“

Genau hier steckt auch die Wurzel seines Erfolges. Warum sollte man in der Tat vor solchen Menschen Halt machen? Laut Definition der Europäischen Union liegt eine unmittelbare Diskriminierung dann vor, wenn man Personen aufgrund ihrer Rasse oder ethnischen Herkunft in vergleichbaren Situationen anders behandelt. Indem man Dunkelhäutige oder soziale Randgruppen, wie Menschen mit Behinderungen, von solchen „Späßen“ ausgrenzt, macht man genau das, was man verhindern möchte: man diskriminiert sie, argumentiert Tall. Auch Dr. Ilja Seifert, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschlandes, meint in der Welt auf die Frage, ob Tall sowas denn überhaupt darf:

„Selbstverständlich darf er das. Es ist tatsächlich eher diskriminierend, jemanden wegen bestimmter Eigenschaften oder Merkmale aus der allgemein üblichen Kommunikation auszuschließen.“

Und dazu gehören nun mal auch Späße über einander. Menschen aus solchen sozialen Randgruppen möchten nicht mit Samthandschuhen angegriffen werden, so die Welt weiter. Chris Tall schließt auch sich selbst nicht aus und macht darüber hinaus auch Witze über sich und seine Figur:

„Ich bin Chris. Ich bin 23. Ich hab Titten. Fick die Dicken!“ 

„Ich hab jetzt auf vier Kinns erhöht. Ich fresse jetzt soviel, bis ich wieder eins werd.“

Ist es nun ok, sich über soziale Randgruppen oder auf Kosten anderer Menschen lustig zu machen? Wie weit darf man nun wirklich gehen? Eine eindeutige Antwort gibt es hierzu nicht. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wo die Grenze zur Geschmacklosigkeit von solchen Späßen und Witzen verläuft. Wichtig ist allerdings, den Respekt gegenüber seinen Mitmenschen zu bewahren. Gerade weil die Meinungen so dermaßen auseinandergehen gehen können, muss man vorsichtig sein, vor wem man sich wie äußert. Ein Stand-up Comedian hat sein eigenes Publikum, welches er möglichst unterhalten möchte. Manche mögen die Pointen, manche nicht. Das gehört zum Geschäft und das ist jedem bewusst. Bei Privatpersonen untereinander sieht das schon anders aus. Da sollte auf die Gefühlslage des jeweils anderen Rücksicht genommen werden und hier die Grenze der Respekt- und Geschmackslosigkeit selbstverständlich deutlich niedriger gesetzt werden.

Dieselben Fragen wie oben stellen sich im Übrigen auch im Falle von Satire, nicht nur nach den traurigen Ereignisse in Paris um das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Darf man eine Symbolfigur der zweitgrößten Religion auf Erden so dermaßen verunglimpfen und verschmähen, wenn sie das Potential hat, solch einen großen Aufruhr in der islamischen Welt zu verursachen? Aus etwas aktuellerem Anlass: Darf man Hitler und den Antisemitismus wie im Buch „Er ist wieder da“ von Timur Vermes in der modernen Zeit zum Leben erwecken und diese Fantasien und Weltanschauungen wieder auferleben lassen?

Laut dem Duden definiert sich Satire durch eine „Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt“. Sei es nun das Karikaturmagazin „Charlie Hebdo“, die Satire TV-Show „Willkommen Österreich“ oder die Online-Satire „Die Tagespresse“, alle verstecken sich unter dem Deckmantel der „Satire“. Jesko Friedrich, Satiriker bei der NDR, meint dazu:

„Satire (…) will – nach Möglichkeit unterhaltsam – informieren, aber vor allem eine klare und kritische Meinung äußern und deutlich Stellung zu aktuellen Ereignissen beziehen. Darüber hinaus will sie ihrem Publikum ein Bewusstsein all dessen vermitteln, was im Lande nicht funktioniert oder falsch läuft. Im besten Falle lacht der Zuschauer, lernt etwas dabei und setzt diese Erkenntnis dazu ein, aktiv an der Beseitigung von Missständen mitzuwirken.“

Das ist das absolute best-case Szenario, wie der worst-case aussieht hat man an den Folgeereignissen nach den erstmaligen  Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed als Terroristen in der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ im September 2005 gesehen. Willkommen …sterreich mit Stermann&GrissemannKann man unter Satire nun wirklich alles zum Ausdruck bringen, ohne auf jegliche Grenzen der Pietät achten zu müssen? Aus österreichischer Sicht blieb auch die Folge von „Willkommen Österreich“ vom 23.10.2008 in Erinnerung, als Christoph Grissemann und Dirk Stermann den Tod des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haiders wenig später verunglimpften und sich über dessen Tod lustig machten, was viele abgesagte Auftritt und auch Gewaltandrohungen zur Folge hatte.

Während die einen meinen, es gibt keine Grenze für Satire, meinen die anderen, dass es diese sehr wohl gibt, auch wenn sie sehr schwammig verläuft. Jesko Friedrich klärt auf, dass Satire einen natürlichen Feind haben muss, der einen hohen Status in der Gesellschaft haben muss. Darüber hinaus muss Satire ein bestimmtes Ideal verfolgen („Wer ist der Feind? Wer ist verantwortlich für einen (veränderbaren) schlechten Zustand?“), zu dessen Zweck es die Satire betreibt. In „Er ist wieder da“, versucht Timur Vermes den Mythos Adolf Hitler in der heutigen Zeit ins Lächerliche zu ziehen und diesen zu entschärfen. Schwierig wird es allerdings, Satire auch tatsächlich als solche zu verstehen und diesen nicht vor zu vielem Zynismus letztendlich doch zu verherrlichen.

Die Frage nach der moralischen Grenze wird auch weiterhin von geteilten Meinungen geprägt und letztendlich unbeantwortet bleiben. Eines ist jedoch wichtig: Spaß und Satire sollten auch als solche verstanden werden. Um es in Chris Talls Worten auszudrücken: „Ihr müsst mehr lachen!

Nexus 5X Review

Zum mittlerweile 7. Mal präsentierte Google Ende September sein neuestes Nexus Smartphone, diesmal sogar in doppelter Ausführung. Mit dem Nexus 5X will man in erster Linie an den Erfolg des Nexus 5 aus dem Jahre 2013 anknüpfen und nach dem Misserfolg des Nexus 6 aus dem Vorjahr die Fans wieder auf seine Seite holen.

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Zuerst einmal ein Blick auf das Nexus Programm: Seit Jänner 2010 präsentiert Google regelmäßig zu jeder größeren Android-Version ein Smartphone, anhand dessen man die Neuigkeiten anschaulich machen möchte. Im Gegensatz zu Herstellern wie Samsung und LG, die die Software zu Differenzierungszwecken auf ihre jeweilige Art und Weise für ihre Geräte modifizieren, wird Android auf Nexus Geräten in ihrer „reinsten“ Form wiedergegeben. Das hat mehrere Vorteile, die bedeutendste für den Endnutzer: man wird schnell mit neuen Android Versionen und Sicherheitsupdates versorgt.

Doch darüber hinaus, bieten Nexus Geräte seit jeher sehr gute Hardware zu einem vergleichsweise niedrigen Preis an. In den USA wird das Gerät ab 379$ und in Großbritannien ab £339 verkauft. Wenngleich in Rest-Europa der Preis unverhältnismäßig höher liegt (in Österreich ab 479€), darf man zumindest hoffen, dass das Gerät bei Drittanbietern in Bälde deutlich günstiger zu haben sein wird.

Nun zum Gerät selbst: Wer das Nexus 5 schon einmal in den Händen hielt, wird die Ähnlichkeit dieser beiden Geräte nicht abstreiten können. Das Gehäuse besteht aus Polycarbonat (Plastik), das jedoch gut verarbeitet ist und angenehm in der Hand liegt. Grundsätzlich ist es Geschmacksache, welches Material man als angenehmer empfindet. Von billiger und schlechter Verarbeitung kann beim Nexus 5X allerdings auf keinem Fall die Rede sein. (Anmerkung: Im Laufe der ersten Wochen machte sich bei meinem Erstgerät ein Quietschen des Rückseitengehäuses bemerkbar. Nach Email-Verkehr mit Google wurde mir auch innerhalb weniger Tage ein neues Gerät zugeschickt, welches diesen Mangel nicht mehr aufzuweisen scheint. Ich nehme also an, dass es sich hierbei um ein Einzelproblem gehandelt hat.)

Einmal in die Hand genommen und näher betrachtet, fallen einem sogleich 3 Dinge auf, auf die in weitere Folge näher eingegangen wird:

  • die herausstehende Kamera
  • der Fingerabdrucksensor an der Hinterseite
  • ein USB-C Port an der Unterseite

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Kamera: Nexus Geräte hatten in der Vergangenheit eines gemeinsam → während man hardwareseitig mit aktuellen Spitzengeräten mithalten konnte, war dies bei der Kamera nicht der Fall. Damit ist nun aber Schluss. Sowohl die 12,3 Megapixel Rückkamera, als auch die 5 Megapixel Vorderkamera schießen sehr gute Bilder. Grundsätzlich muss man auch weiterhin sagen, dass Handykameras (noch) nicht mit Systemkameras mithalten können, für Schnappschüsse wird das Nexus 5X aber auf jeden Fall reichen. Im Folgenden ein paar Beispielfotos:

Tag (Sonnenschein)

Tag (Sonnenschein)

Tag (grau)

Tag (grau)

Abenddämmerung

Abenddämmerung

Nacht

Nacht

Innen (künstliches Licht)

Innen (künstliches Licht)

Autofokus

Autofokus

Vorderkamera

Vorderkamera

(Fotos wurden allesamt mit eingeschaltetem HDR+ Modus geschossen, welches vor allem für Fotos in Dunkelheit praktisch ist.)

Videos schießt die Kamera in einer Auflösung bis zu 4K (vierfache HD Auflösung). Das einzige Problem: Es fehlt an einem optischem Bildstabilisator! Während Google der Meinung ist, dass der integrierte Laser-Autofocus diesen obsolet macht, merkt man klar, dass ein solcher der Kamera sehr gut getan hätte. Google verspricht in dieser Hinsicht mit einem späteren Softwareupdate nachzuhelfen. Ich bezweifle allerdings, dass ein solches das ständige Ruckeln in Videos beseitigen wird können.

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Fingerabdrucksensor: Hier folgt Google dem allgemeinen Trend (fast) aller Hersteller und baut erstmals einen Fingerabdrucksensor in sein Gerät ein. Dieser arbeitet grundsätzlich sehr schnell und verlässlich. Mit der Entscheidung, diesen auf der Rückseite anzubringen, geht man allerdings einen eher unkonventionellen Weg. Einerseits liegt es an einer günstigen Stelle für den Zeigefinger, welches die Handhabung und das schnelle Entsperren des Gerätes erleichtert. Außerdem kann man das Handy auf diesem Wege gekonnt beim Herausziehen aus der Hosentasche entsperren. Andererseits stellt es jedoch ein Problem dar, wenn das Gerät flach auf einem Tisch liegt, da es erstmals hochgehoben werden muss, um den Finger unter das Gerät zu bekommen. Wer sich mit Fingerabdrucksensoren generell nicht anfreunden kann oder möchte, kann auf diesen gänzlich verzichten und auch weiterhin die gängigen Entsperrmethoden nutzen.

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USB-C Port: Mit Google und Apple als große Befürworter, ist der USB-C Anschluss auf immer mehr Geräte zu finden. Experten sind sich einig, dass diesem Anschluss die Zukunft gehört, da man mit diesem einen Anschluss den Akku laden, Daten transferieren und externe Geräte anschließen kann. Darüber hinaus ist dieser im Gegensatz zum bisher gängigen USB-A Anschluss schneller, kleiner und beidseitig verwendbar, womit manch frustrierende Ansteck-Erlebnisse (vor allem in der Dunkelheit!) der Vergangenheit angehören. Eine Menge Pluspunkte also, die über den anfänglich mühsamen (aber nicht sehr kostspieligen) Neukauf von Kabeln hinwegtrösten dürften.

Akku: Das Gerät besitzt einen 2700mAh Akku. Für den konkreten Praxisfall bedeutet das, dass man einen Tag durchkommen „sollte“. Hierbei muss gesagt werden, dass die Akkulaufzeit stark von dem konkreten Nutzungsverhalten eines jeden Benutzers abhängig ist und somit stark variieren kann. Wenn man mal etwas mehr mit dem Nexus 5X machen sollte (Spiele spielen, Fotos und Videos machen, GPS und Bluetooth verwenden), wird auch ein Tag Laufzeit eine Herausforderung. Gute Nachricht ist, dass das Gerät „Quick Charging“ anbietet. Google verspricht 3-4 Stunden extra Laufzeit mit 10min Ladezeit. In meinem Test zeigte sich: mit 10min Aufladen lud das 5X von 19% auf 33%, nach weiteren 5min stand es bei 45%. Das Laden ist also tatsächlich sehr schnell und sollte also durchaus noch eine Weile durchhalten.

Des Weiteren bietet das Nexus 5X eine sensationelle Standby Zeit. Dem ist nicht zuletzt der in Android 6.0 eingeführten „Doze“-Funktion geschuldet, die erkennen soll, wann das Gerät benutzt wird und wann nicht, dementsprechend dann die Leistungen herunterfährt und somit den Akku schont. Konkret habe ich einmal während dem Schlafen 1% (innerhalb von 6 Stunden) und ein anderes Mal sogar 0% (innerhalb von 5 Stunden) an Akku verloren. Im Allgemeinen zeigt sich die Akkuleistung also sowohl in schlechtem, als auch in gutem Licht.

Größe/Display: Das Handy ist in etwa gleich groß wie das Nexus 5, allerdings ein Stück weit höher, was die Handhabung des Gerätes jedoch nicht weiter stört. Es ist (trotz herausstehender Kamera) angenehm dünn und leicht, was aufgrund dieser Größe nicht unbedingt zu erwarten war. Das Nexus 5X bietet ein 5,2 Zoll Display mit Full HD Auflösung, eine ausreichende Auflösung also, um mit freiem Auge keinerlei Pixel erkennen zu können.

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Sonstiges: Das Nexus 5X bietet ein Qualcomm Snapdragon 808 Prozessor mit 2GB Ram. Dieser ist zwar nicht mehr der aktuellste Prozessor, im Alltag sind jedoch keinerlei Performanceschwächen erkennbar. Es hat weder einen auswechselbaren Akku, noch einen erweiterbaren Speicher. In diesem Sinne ist es völlig unverständlich, warum überhaupt noch Geräteversionen mit 16GB integriertem Speicher angeboten werden, da schon das Android System mehrere GB einnimmt. Ebensowenig bietet das Nexus 5X „Wireless Charging“ (wie bei Samsungs Galaxy S6).

Fazit: Mit dem Nexus 5X hat Google dem allseits geliebten und erfolgreichen Nexus 5 einen gebührenden Nachfolger bereitgestellt. Erstmals bietet man eine sehr gute Kamera, das „Quick Charging“ macht die Tatsache des eher unterdurchschnittlichen Akkus etwas vergessen und sowohl der Fingerabdrucksensor, als auch der USB-C Port sind begrüßenswerte Neuerungen. Wer auf einen wechselbaren Akku und einem SD-Karten Slot verzichten kann, findet mit dem Nexus 5X ein sehr gutes Handy zu einem guten Preis (soweit er in Österreich noch heruntergehen sollte).