Eine Smartwatch – wofür eigentlich?

Ich habe mir eine Smartwatch zugelegt.

Wofür?

Das weiß ich selber nicht so genau.

Obwohl mich Android Wear (die Smartwatch Variante von Android) schon seit dessen Veröffentlichung im März 2014 interessierte, war mir der Nutzen von solchen Smartwatches noch nie wirklich bewusst. Ich habe mich jetzt jedoch trotzdem zum Kauf einer solchen entschieden und möchte in diesem Artikel von meinen Beweggründen zum Kauf und meinen Erwartungen an die Uhr berichten…

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Warum überhaupt eine Smartwatch?

Die Gründe für den Kauf einer Smartwatch können verschieden sein und sich von Person zu Person unterscheiden. Während man manche der momentan am Markt befindlichen Uhren durchaus auch als Modeaccessoire verwenden kann, trifft das auf die meisten allerdings nicht zu, da sie entweder größenmäßig nicht passen oder vom Design her einfach noch zu sehr an ein Spielzeug für IT-Spezialisten erinnern.

Meine Gründe zum Kauf meiner ersten Smartwatch sind folgende:

  • Zum Tracken meines Schlafes verwende ich viel lieber eine Uhr am Handgelenk als ein Handy.
  • Ich brauche beim Laufen nie mehr mein Handy mit, da ich mit der Uhr auch mein Fitnessprogramm tracken kann.
  • Ich erhoffe mir durch die Uhr weniger auf das Handy zu schauen, weil ich unwichtige Benachrichtigungen mit einem schnellen Wisch auf der Uhr sofort entfernen kann und das Handy nur mehr bei wichtigen Sachen zur Hand zu nehmen brauche.
  • Während eines Stadtspazierganges ist die Nutzung der Uhr als Navigationssystems viel angenehmer als das Handy, weil ich es dadurch nicht dauernd in der Hand halten muss und mir die Uhr durch leichte Vibrationen von neuen Richtungen Bescheid gibt.

Warum die Sony Smartwatch 3?

Ich habe lange überlegt und mich am Smartwatch Markt genauestens umgesehen, viele Testberichte gelesen und mir die Vor- und Nachteile eines jeden Gerätes genau angeschaut. Letztendlich fiel die Entscheidung auf die Smartwatch 3 von Sony, und zwar aus folgenden Gründen:

  • GPS! Zusammen mit der Microsoft Band 2 verfügt die SW3 als einzige bisher am Markt verfügbare Smartwatch GPS, ich kann diese somit zum Laufen ohne Handy oder als Navi verwenden.
  • Die SW3 ist wie alle Sony Mobile Geräte wasserdicht, somit kann ich es immer wieder abwaschen und leicht sauber halten (oder sogar damit baden gehen).
  • Als jahrelanger Android Nutzer, wollte ich unbedingt Android Wear ausprobieren, somit fielen Smartwatches von Samsung oder Pebble gleich aus meiner Vorauswahl.
  • Momentan befindet sich der Preis der SW3 deutlich unter den aller anderen Smartwatches.

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Ich bin gerade dabei, die Smartwatch ausgiebig zu testen und verwende sie hierfür nahezu rund um die Uhr. Ich verwende es zum Tracken meines Schlafes, zum Verwalten meiner Benachrichtigungen, als Wecker und hoffentlich auch bald zum Laufen. Der ausführliche Testberichte folgt in Kürze!

Nexus 5X Review

Zum mittlerweile 7. Mal präsentierte Google Ende September sein neuestes Nexus Smartphone, diesmal sogar in doppelter Ausführung. Mit dem Nexus 5X will man in erster Linie an den Erfolg des Nexus 5 aus dem Jahre 2013 anknüpfen und nach dem Misserfolg des Nexus 6 aus dem Vorjahr die Fans wieder auf seine Seite holen.

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Zuerst einmal ein Blick auf das Nexus Programm: Seit Jänner 2010 präsentiert Google regelmäßig zu jeder größeren Android-Version ein Smartphone, anhand dessen man die Neuigkeiten anschaulich machen möchte. Im Gegensatz zu Herstellern wie Samsung und LG, die die Software zu Differenzierungszwecken auf ihre jeweilige Art und Weise für ihre Geräte modifizieren, wird Android auf Nexus Geräten in ihrer „reinsten“ Form wiedergegeben. Das hat mehrere Vorteile, die bedeutendste für den Endnutzer: man wird schnell mit neuen Android Versionen und Sicherheitsupdates versorgt.

Doch darüber hinaus, bieten Nexus Geräte seit jeher sehr gute Hardware zu einem vergleichsweise niedrigen Preis an. In den USA wird das Gerät ab 379$ und in Großbritannien ab £339 verkauft. Wenngleich in Rest-Europa der Preis unverhältnismäßig höher liegt (in Österreich ab 479€), darf man zumindest hoffen, dass das Gerät bei Drittanbietern in Bälde deutlich günstiger zu haben sein wird.

Nun zum Gerät selbst: Wer das Nexus 5 schon einmal in den Händen hielt, wird die Ähnlichkeit dieser beiden Geräte nicht abstreiten können. Das Gehäuse besteht aus Polycarbonat (Plastik), das jedoch gut verarbeitet ist und angenehm in der Hand liegt. Grundsätzlich ist es Geschmacksache, welches Material man als angenehmer empfindet. Von billiger und schlechter Verarbeitung kann beim Nexus 5X allerdings auf keinem Fall die Rede sein. (Anmerkung: Im Laufe der ersten Wochen machte sich bei meinem Erstgerät ein Quietschen des Rückseitengehäuses bemerkbar. Nach Email-Verkehr mit Google wurde mir auch innerhalb weniger Tage ein neues Gerät zugeschickt, welches diesen Mangel nicht mehr aufzuweisen scheint. Ich nehme also an, dass es sich hierbei um ein Einzelproblem gehandelt hat.)

Einmal in die Hand genommen und näher betrachtet, fallen einem sogleich 3 Dinge auf, auf die in weitere Folge näher eingegangen wird:

  • die herausstehende Kamera
  • der Fingerabdrucksensor an der Hinterseite
  • ein USB-C Port an der Unterseite

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Kamera: Nexus Geräte hatten in der Vergangenheit eines gemeinsam → während man hardwareseitig mit aktuellen Spitzengeräten mithalten konnte, war dies bei der Kamera nicht der Fall. Damit ist nun aber Schluss. Sowohl die 12,3 Megapixel Rückkamera, als auch die 5 Megapixel Vorderkamera schießen sehr gute Bilder. Grundsätzlich muss man auch weiterhin sagen, dass Handykameras (noch) nicht mit Systemkameras mithalten können, für Schnappschüsse wird das Nexus 5X aber auf jeden Fall reichen. Im Folgenden ein paar Beispielfotos:

Tag (Sonnenschein)

Tag (Sonnenschein)

Tag (grau)

Tag (grau)

Abenddämmerung

Abenddämmerung

Nacht

Nacht

Innen (künstliches Licht)

Innen (künstliches Licht)

Autofokus

Autofokus

Vorderkamera

Vorderkamera

(Fotos wurden allesamt mit eingeschaltetem HDR+ Modus geschossen, welches vor allem für Fotos in Dunkelheit praktisch ist.)

Videos schießt die Kamera in einer Auflösung bis zu 4K (vierfache HD Auflösung). Das einzige Problem: Es fehlt an einem optischem Bildstabilisator! Während Google der Meinung ist, dass der integrierte Laser-Autofocus diesen obsolet macht, merkt man klar, dass ein solcher der Kamera sehr gut getan hätte. Google verspricht in dieser Hinsicht mit einem späteren Softwareupdate nachzuhelfen. Ich bezweifle allerdings, dass ein solches das ständige Ruckeln in Videos beseitigen wird können.

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Fingerabdrucksensor: Hier folgt Google dem allgemeinen Trend (fast) aller Hersteller und baut erstmals einen Fingerabdrucksensor in sein Gerät ein. Dieser arbeitet grundsätzlich sehr schnell und verlässlich. Mit der Entscheidung, diesen auf der Rückseite anzubringen, geht man allerdings einen eher unkonventionellen Weg. Einerseits liegt es an einer günstigen Stelle für den Zeigefinger, welches die Handhabung und das schnelle Entsperren des Gerätes erleichtert. Außerdem kann man das Handy auf diesem Wege gekonnt beim Herausziehen aus der Hosentasche entsperren. Andererseits stellt es jedoch ein Problem dar, wenn das Gerät flach auf einem Tisch liegt, da es erstmals hochgehoben werden muss, um den Finger unter das Gerät zu bekommen. Wer sich mit Fingerabdrucksensoren generell nicht anfreunden kann oder möchte, kann auf diesen gänzlich verzichten und auch weiterhin die gängigen Entsperrmethoden nutzen.

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USB-C Port: Mit Google und Apple als große Befürworter, ist der USB-C Anschluss auf immer mehr Geräte zu finden. Experten sind sich einig, dass diesem Anschluss die Zukunft gehört, da man mit diesem einen Anschluss den Akku laden, Daten transferieren und externe Geräte anschließen kann. Darüber hinaus ist dieser im Gegensatz zum bisher gängigen USB-A Anschluss schneller, kleiner und beidseitig verwendbar, womit manch frustrierende Ansteck-Erlebnisse (vor allem in der Dunkelheit!) der Vergangenheit angehören. Eine Menge Pluspunkte also, die über den anfänglich mühsamen (aber nicht sehr kostspieligen) Neukauf von Kabeln hinwegtrösten dürften.

Akku: Das Gerät besitzt einen 2700mAh Akku. Für den konkreten Praxisfall bedeutet das, dass man einen Tag durchkommen „sollte“. Hierbei muss gesagt werden, dass die Akkulaufzeit stark von dem konkreten Nutzungsverhalten eines jeden Benutzers abhängig ist und somit stark variieren kann. Wenn man mal etwas mehr mit dem Nexus 5X machen sollte (Spiele spielen, Fotos und Videos machen, GPS und Bluetooth verwenden), wird auch ein Tag Laufzeit eine Herausforderung. Gute Nachricht ist, dass das Gerät „Quick Charging“ anbietet. Google verspricht 3-4 Stunden extra Laufzeit mit 10min Ladezeit. In meinem Test zeigte sich: mit 10min Aufladen lud das 5X von 19% auf 33%, nach weiteren 5min stand es bei 45%. Das Laden ist also tatsächlich sehr schnell und sollte also durchaus noch eine Weile durchhalten.

Des Weiteren bietet das Nexus 5X eine sensationelle Standby Zeit. Dem ist nicht zuletzt der in Android 6.0 eingeführten „Doze“-Funktion geschuldet, die erkennen soll, wann das Gerät benutzt wird und wann nicht, dementsprechend dann die Leistungen herunterfährt und somit den Akku schont. Konkret habe ich einmal während dem Schlafen 1% (innerhalb von 6 Stunden) und ein anderes Mal sogar 0% (innerhalb von 5 Stunden) an Akku verloren. Im Allgemeinen zeigt sich die Akkuleistung also sowohl in schlechtem, als auch in gutem Licht.

Größe/Display: Das Handy ist in etwa gleich groß wie das Nexus 5, allerdings ein Stück weit höher, was die Handhabung des Gerätes jedoch nicht weiter stört. Es ist (trotz herausstehender Kamera) angenehm dünn und leicht, was aufgrund dieser Größe nicht unbedingt zu erwarten war. Das Nexus 5X bietet ein 5,2 Zoll Display mit Full HD Auflösung, eine ausreichende Auflösung also, um mit freiem Auge keinerlei Pixel erkennen zu können.

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Sonstiges: Das Nexus 5X bietet ein Qualcomm Snapdragon 808 Prozessor mit 2GB Ram. Dieser ist zwar nicht mehr der aktuellste Prozessor, im Alltag sind jedoch keinerlei Performanceschwächen erkennbar. Es hat weder einen auswechselbaren Akku, noch einen erweiterbaren Speicher. In diesem Sinne ist es völlig unverständlich, warum überhaupt noch Geräteversionen mit 16GB integriertem Speicher angeboten werden, da schon das Android System mehrere GB einnimmt. Ebensowenig bietet das Nexus 5X „Wireless Charging“ (wie bei Samsungs Galaxy S6).

Fazit: Mit dem Nexus 5X hat Google dem allseits geliebten und erfolgreichen Nexus 5 einen gebührenden Nachfolger bereitgestellt. Erstmals bietet man eine sehr gute Kamera, das „Quick Charging“ macht die Tatsache des eher unterdurchschnittlichen Akkus etwas vergessen und sowohl der Fingerabdrucksensor, als auch der USB-C Port sind begrüßenswerte Neuerungen. Wer auf einen wechselbaren Akku und einem SD-Karten Slot verzichten kann, findet mit dem Nexus 5X ein sehr gutes Handy zu einem guten Preis (soweit er in Österreich noch heruntergehen sollte).